(sra) Der süße Duft von Rosen oder Mandeln kann Frauen etwas von ihren Schmerzen während eines Klinikaufenthaltes nehmen. Das ergab eine Studie der Universität Quebec, Kanada. Verschenken Sie also bei Ihrem nächsten Krankenbesuch einen großen Strauß Rosen, um das Wohlergehen der Patientin zu bessern. Männer profitieren von den betörenden Gerüchen leider nicht.
In der wissenschaftlichen Untersuchung von Serge Marchand und Pierre Arsenault mussten jeweils 20 Frauen und Männer ihre Hände möglichst lange in schmerzend heißes Wasser tauchen, während sie gleichzeitig verschiedene Düfte rochen. Bei angenehmen Gerüchen empfanden die Frauen deutlich weniger Schmerzen. Übelriechende Düfte wie Essig erhöhten ihr Schmerzempfinden leicht. Die Männer wurden von den Düften nicht beeinflusst. Sie zogen ihre Hände bei allen Gerüchen gleich schnell aus dem Wasser.
Warum dies so ist, wissen die beiden Forscher auch nicht mit letzter Sicherheit. Normalerweise aktivieren angenehme Berührungen ein Gebiet in der frontalen Hirnrinde, die auch für Geschmack und Duft zuständig ist. Es ist deshalb möglich, dass Düfte bei Frauen den Wahrnehmungsprozess für Berührung, Schmerz und Temperatur beeinflussen, wie die Versuche zeigten.
Quelle:
Serge Marchand, Pierre Arsenault: Odors modulate pain perception; A gender-specific effect. Physiology & Behavior 76 (2): 251-256, 2002
Betsy Mason: Sweet smells banish pain. NewScientist.com, 20. Juni 2002

