Heimtückisch – die Gürtelrose

Frühzeitige Schmerztherapie kann chronischen Verlauf verhindern

(sra) Die Gürtelrose ist eine Infektion mit dem Herpes Zoster Virus, die zur Entzündung eines Nerven führt. Die Betroffenen spüren dies durch ein brennendes Gefühl und Schmerzen in den Hautbereichen, die durch den befallenen Nervenstrang versorgt werden. Bei Patienten über 70 Jahre stellen sich nach einer Infektion häufig Komplikationen ein. Knapp die Hälfte von ihnen entwickelt eine so genannte Post Zoster Neuralgie: Die ursprünglich von den Viren angegriffenen Nerven bleiben gereizt und senden, trotz abgeklungener Infektion und Rückbildung der Hautveränderungen, weiterhin das Signal “Schmerz” aus. Wenn jetzt nicht rechtzeitig behandelt wird, besteht die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden.

Deutliche Zeichen für einen chronischen Verlauf sind Schmerzen, die auch nach Abheilen der Grunderkrankung weiter bestehen oder eine Veränderung des Schmerzempfindens. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zu dumpfen, brennenden Beschwerden stromstoßartige Attacken hinzu kommen. Ein weiterer Hinweis besteht, wenn der Patient seine Medikamentendosis in kurzen AbAbständen steigern muss oder wenn selbst minimale Reize, wie Kleidungsstücke auf der Haut, Schmerzen auslösen. Tritt auch nur eines dieser Anzeichen auf, ist die Gefahr einer bleibenden Post-Zoster-Neuralgie groß. Um das zu vermeiden, müssen die Schmerzen gleich zu Beginn der Infektion mitbehandelt werden.

Am Anfang können die Beschwerden meist durch die Einnahme von Antidepressiva gelindert werden, die die Schmerzschwelle erhöhen. Bei stromstoßartigen Schmerzattacken haben sich Antiepileptika bewährt.

Wenn nach drei bis vier Wochen trotz der Medikamente weiter Schmerzen bestehen, sollte man auf jeden Fall einen Schmerztherapeuten aufsuchen. Spezialisten verschreiben in diesem Fall retardierte, also langwirkende Opioide, um die Chronifizierung zu stoppen und die Schmerzen zu verringern.

Quelle:
www.nature.com vom 19. Juli 2002

Dieser Beitrag wurde unter Forum Schmerz abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Heimtückisch – die Gürtelrose

  1. Sollte eine akute Gürtelrose stattfinden, sind die Behandlungen mit Aciclovir oder Zostes (ich persönlich bevprzuge Letzteres) etabliert = und sollten auch gleich initial stattfinden, um dem Virus “die Stirn zu bieten”.
    Eine konsequente Schmerztherapie (Tilidin ist hier sehr wirksam, wir empfehlen aber stets den Einsatz sogenannter retardierter Präparate) = ist unbedingt wichtig, um die Entwicklung einer postherpetischen Neuralgie = zu verhindern. Das hofft man damit erreichen zu können. Injektionen sind auch sehr wirksam, halten oft nicht lange genug an. Ich denke, wenn Sie ein Zentrum bzw. einen Arzt gefunden haben, der solche von Ihnen beschriebenen Maßnahmen realisiert, sind Sie in besten Händen.
    Gute Besserung
    Dr. med. Jan-Peter Jansen
    Schmerzzentrum Berlin

  2. ein Besucher sagt:

    Guten Morgen,

    mein Schwiegervater ist 74 Jahre alt und hat seit Oktober 2010 die Gürtelrose am Kopf. Die erste Behandlung ist leider nicht mit den entsprechenden Medikamenten, sprich Zostex gleich zu Beginn und weiteren Schmerzmitteln, begleitet worden. Man hatte Probleme mit der Diagnose. Im weiteren Verlauf wurde dann Neuralgin und ähnlichem gearbeitet . Als letzte Alternative wurde dann eine Schmerztherapie verordnet (Blockadespritzen in den Mundraum).
    Nun ist gestern, am 18. Februar 2012, die Gürtelrose erneut ausgebrochen und man hat jetzt Tilidin verordnet
    Er hat eigentlich die ganze Zeit über starke Schmerzen (stoßstromähnlich) und hat körperlich sehr abgebaut.
    Jetzt soll ab Montag auch diese Schmerzbehandlung mit 5 Spritzen wiederholt werden.
    Wir sind ziemlich ratlos, ob das alles hilft und durch Ihren Bericht bin ich der Meinung, das bei ihm eine Post-Zoster-Neuralgie vorliegt.
    Es wäre sehr schön, wenn Sie uns ein paar Ratschläge zur Behandlung geben könnten, oder vielleicht auf Fachärzte verweisen könnten.
    Wir erhoffen uns eine schnelle Antwort von Ihnen.

    MfG

    Familie Müller

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>