(dgk) Hier eine gute Nachricht: Bei 80 Prozent aller Migränepatientinnen verschwinden die Kopfschmerzen während der ersten Schwangerschaft vollständig oder verbessern sich zumindest deutlich. Laut DMKG (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft) treten außerdem bei zwei Drittel der Frauen weniger Spannungskopfschmerzen auf. Verantwortlich dafür sind nach Expertenmeinung Veränderungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft.
Migränepatientinnen, die schwanger werden, sollten möglichst schnell ihren Arzt informieren und Medikamente nur noch in Absprache mit ihm einnehmen. Denn fast alle medizinischen Wirkstoffe können über das mütterliche Blut und die Plazenta zum Kind gelangen. Arzneimittel wirken auf den empfindlichen Körper des Babys anders als bei der Mutter, und Entwicklungsprozesse können dadurch gestört werden.
Wurden während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft Medikamente eingenommen, schadet das aller Wahrscheinlichkeit nach dem Kind nicht. Denn der Embryo ist in dieser Zeit “Selbstversorger” und noch nicht an den mütterlichen Blutkreislauf angeschlossen. Aber ab der dritten Woche nach der Befruchtung ist Vorsicht geboten. Schwangere sollten dann möglichst ganz auf Arzneimittel verzichten.
Bei leichten Kopfschmerzen während der Schwangerschaft helfen kalt-warme Fußbäder. Die gezielten Reize an den Füßen wirken regulierend auf die Blutgefäße des Kopfes. Vorbeugen und lindern lassen sich Kopfschmerzen außerdem durch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training. Auch die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Akupunktur haben sich bewährt.
Wem diese “sanften” Verfahren nicht helfen und wer trotzdem unter Kopfschmerzen leidet sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Bei Unsicherheiten über die Schädlichkeit für das ungeborene Kind können sich Arzt und Patientin an eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wenden, die es in Berlin gibt.
Achtung: Treten während der Schwangerschaft erstmals Migränesymptome wie starke Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, Magendruck und Erbrechen auf, sollte die Frau möglichst schnell zum Arzt, denn möglicherweise leidet sie an einer Schwangerschaftsvergiftung.
Die Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie erreichen Sie unter folgender Adresse:
Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie
Spandauer Damm 130
D – 14050 Berlin
030/30686 – 734
Informationen über die Beratungsstelle finden Sie im Internet unter folgender Adresse:
www.giftnotruf.de
