(dgk) Häufig ist bei Kopfschmerzen Selbsthilfe möglich, indem man entspannt, ein kühles Tuch auf die Stirn legt oder eine Tablette nimmt. Allerdings können Kopfschmerzen auch Anzeichen für eine ernste Erkrankung sein, die behandelt werden muss. Bei folgenden Symptomen sollten Sie deshalb immer einen Arzt zu Rate ziehen:
- Plötzlich einsetzende sehr starke Kopfschmerzen können bei Beginn einer Hirnhautentzündung auftreten.
- Werden die Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich stärker, kann ein Hirntumor die Ursache dafür sein.
- Unvermittelt auftretende Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung deuten auf eine Gehirnblutung hin.
- Kopfschmerzen in Verbindung mit Fieber, Nackenschmerzen und Müdigkeit treten auf, wenn die Stirn- oder Kieferhöhlen entzündet sind.
Wer an mehr als 10 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leidet und deswegen Medikamente nimmt, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen. Denn ein Zuviel an Eigenmedikation kann zu medikamentenbedingten Kopfschmerzen führen. Experten schätzen, dass in Deutschland zwischen 300.000 und 500.000 Menschen an dieser Kopfschmerzform leiden. Warnzeichen sind ständige, mäßig starke Kopfschmerzen von morgens bis abends, die auch bei Einnahme eines Schmerzmittels täglich wiederkehren.
Häufig wird behauptet, dass vor allem Kombinationspräparate bei längerem Gebrauch Schmerzmittelkopfschmerzen verursachen. Das ist nicht richtig. Auch Präparate mit nur einem Wirkstoff können Schmerzmittelkopfschmerzen auslösen. Entscheidend ist, wie häufig die Präparate angewendet werden. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt deshalb:
- Migräne- und Kopfschmerzmittel höchstens an 10 Tagen pro Monat einzunehmen und
- an maximal drei Tagen hintereinander.
Meist führt zwar erst Medikamentenmissbrauch über mehrere Jahre zum medikamentenbedingten Kopfschmerz, aber ist es erst einmal soweit, hilft nur noch der Entzug unter Aufsicht erfahrener Ärzte. Der eigentliche Entzug dauert zwischen vier und sechs Wochen, in denen die Schmerzen erst einmal stärker werden. Ärzte können aber die Beschwerden mit anderen Medikamenten behandeln und so für Linderung sorgen. Ganz wichtig ist in dieser Zeit, dass die Betroffenen lernen, ihre Kopfschmerzen durch ent-sprechendes Verhaltens- und Ausdauertraining vorzubeugen und mit nicht-medikamentösen Verfahren dagegen vorzugehen. Darüber hinaus wird die zug-rundliegende Kopfschmerzerkrankung, die zu der zu häufigen Tablettenein-nahme geführt hat, sachgemäß behandelt. So bekommen Patienten ihre Kopf-schmerzen in den Griff, ohne erneut medikamentenbedingten Kopfschmerz zu riskieren.
