Menstruation kann Migräne auslösen

Kopfschmerztagebuch bestätigt den Verdacht

(sra) Mehr als die Hälfte aller Migränepatientinnen1 ist davon überzeugt: “Meine Beschwerden treten kurz vor der Periode auf”. Dieses Gefühl trügt nicht, meint Dr. Rüdiger Schellenberg vom Institut für ganzheitliche Medizin in Hüttenberg. “Schätzungsweise bei jeder siebten Patientin tritt die Migräne in Zusammenhang mit der Menstruation auf”, so der Experte weiter. Grund für die Beschwerden ist das Abfallen des Sexual-Botenstoffs Östrogen zum Ende des Monatszyklus.

Zur Vorbeugung empfehlen Frauenärzte Migränepatientinnen Östrogenpflaster oder die Pille. Bei einer Migräne, die in der Zyklusmitte auftritt, können auch die Minipillen mit dem Botenstoff Gestagen helfen. Wegen der bekannten Nebenwirkungen einer Hormontherapie sollte jedoch eine Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit der Frauenärztin erfolgen.

“Treten dennoch typische Vorboten einer Migräne, wie Lichtempfindlichkeit und Übelkeit zum Ende eines Zyklus auf, sollten Patientinnen frühzeitig mit einer Migräne-Behandlung beginnen”, rät Schellenberg. Bei leichten Attacken könne eine Therapie mit Kombinationspräparaten, die Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein enthalten, genügen. Auch ASS (1000 Milligramm), Ibuprofen (600 bis 800 Milligramm) oder Paracetamol (1000 bis 1500 Milligramm) als Einzelsubstanzen können helfen, meint der Kopfschmerzspezialist. Bei mittelschweren bis schweren Attacken haben sich Triptane bewährt.

Frauen, die nicht sicher sind, ob der Monatszyklus Ursache für ihre Migräne ist, können dies mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuches herausfinden, meint Schellenberg. In das Kopfschmerztagebuch werden Art, Dauer und Stärke der Attacke notiert, aber auch Begleiterscheinungen und sonstige Ereignisse, wie beispielsweise der Zyklus. “Meist reicht ein Beobachtungszeitraum von drei Monaten, um die Zyklusabhängigkeit zu bestätigen”, so der Experte.

Ein Kopfschmerztagebuch können Interessierte gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages und einer Schutzgebühr von 0,55 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort: Kopfschmerztagebuch beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 12 07, 35002 Marburg anfordern oder im Internet unter www.forum-schmerz.de herunterladen.

1 Ärzte Zeitung vom 21.11.2001

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