Opioidhaltige Pflaster

Bewährte Therapie mit neuer Technologie

Bei starken, chronischen Schmerzen sind Opioide laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Therapie der Wahl. In den vergangenen Jahren haben sich wegen der langen Wirkdauer und patientenfreundlichen Anwendungsform opioidhaltige Schmerzpflaster durchgesetzt. Seit 1. Mai 2004 steht nun eine zweite Generation zur Verfügung. Statt als Reservoirpflaster ist der am häufigsten eingesetzten Wirkstoff Fentanyl jetzt mit neuer Technologie als Matrixpflaster er­hältlich. Das bedeutet, der Wirkstoff ist nun in die Klebeschicht eingebettet. Das neue Schmerzpflaster wurde dadurch deutl­ich kleiner, dünner und insgesamt unauffälliger. Es ist außerdem noch hautfreundlicher, weil keine Stoffe mehr benötigt werden, die den Transport durch die Haut beschleunigen, wie Prof. Dr. Rüdiger Gröning vom Institut für Pharmazeutische Technologie der Universität Münster bei der Enführungspressekonferenz betonte. Darüber hinaus wurden die Klebeigenschaften verbessert. Das Matrixpflaster verhält sich fast wie eine „zwei­te Haut“. Patienten mit Schmerzpflaster können ihr Leben fast wie gewohnt fortsetzen. Selbst schwimmen, du­schen und baden sind möglich. Vorsicht ist aber bei verstärkter Hintzeeinwirkung geboten. Patienten sollten mit dem Pflaster nicht in die Sauna gehen und keine Heizkissen an der Stelle anlegen. Verstärkte Wärmeeinwirkung führt zu einem schnelleren Wirkstofffluss durch die Haut. Darauf wies Dr. Hartmut Bürkle von der Klinik für Anästhesiologie der Uni­versität Münster hin. In Studien mit dem Fentanyl-Pflaster konnte auch gezeigt werden, dass die Betroffenen bei stabiler Dosierung sogar Auto fahren kön­nen. Hierbei ist allerdings unbedingt eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt notwendig, weil auch andere Aspekte wie Begleitmedikamente und Allgemeinbefinden zu berücksichtigen sind.

Schmerzpflaster eignen sich nach Auskunft von Prof. Dr. Helge Beck, Schmerzambulanz des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf, besonders zur Therapie bei chronischen Schmerzen, deren Intensität relativ konstant ist. Der Wirkstoff wird gleichmäßig über die Haut ins Blut abgegeben. Der Magen-Darm-Trakt wird da­bei umgangen und weniger belastet. Die Wirkdauer beträgt drei Tage. Dadurch sind die Betroffenen unabhängiger und müssen nicht dauernd an ihre Medikamente denken. Bei wechselnden Schmerz­stärken ist zusätzlich zur Grundversorgung mit einem Pflaster die Gabe von kurzwirksamen Opioiden notwendig.

Quelle: Pressekonferenz am 19. März 2004, Frankfurt, zur Technologie-Innovation in der transdermalen Schmerztherapie

Dieser Beitrag wurde unter Forum Schmerz abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>